Das macht ein Opernglas aus
Operngläser sind in der Regel kleiner und diskreter als reguläre Ferngläser. Ihr schlichtes elegantes Design passt zur gehobenen Kleidung, die Sie im Theater oder Opernhaus tragen. Viele Modelle sind in Weiß gehalten oder besitzen ein vergoldetes Gehäuse.
In der Regel genügt eine drei- bis fünffache Vergrößerung, da die Distanz durch die Bauweise der Theater generell begrenzt ist. Ein Opernfernglas mit zu starker Vergrößerung macht es unmöglich, die Darsteller zu verfolgen. Eine Ausnahme können große Outdoorveranstaltungen darstellen, bei denen Sie je nach Sitzplatz sehr weit von der Bühne entfernt sind.
Je größer die Objektivlinsen, desto mehr Helligkeit kann hineinfallen, das sorgt für eine bessere Sicht. Empfehlenswert sind etwa 20 bis 25 Millimeter Durchmesser.
Das galileische Prismen-System von Opernferngläsern
Operngläser arbeiten in der Regel mit einem Galilei-Fernrohr. Obwohl es den Namen des berühmten italienischen Wissenschaftlers trägt, wurde es von einem niederländischen Brillenmacher namens Hans Lipperhey erfunden. Galilei entwickelte es später weiter. Sein System beruht auf einer konvexen Sammellinse als Objekt und einer Zerstreuungslinse mit negativer Brennweite als Okular. Dies erzeugt ein aufrechtes, seitenrichtiges Bild mit kleinem Sichtfeld. Bei Outdoor-Ferngläsern wird dagegen ein Prismenfernglas, auch Kepler-Fernrohr genannt, verwendet. Diese erlauben eine weit stärkere Vergrößerung, mit der Sie über wesentlich größere Distanzen im Freien stets ein scharfes Bild erhalten.
Operngläser mit Dachkant- oder Porrosystem
Ein letztes Unterscheidungsmerkmal für Operngläser ist die Ausstattung mit einem Porrosystem oder einem Dachkantsystem.
Erstere, nach Ignazio Porro benannt, arbeiten mit zwei Prismensegmenten. Das Licht wird in rechteckigen Formen durch das Fernglas geführt.
Bei Dachkantgläsern verläuft das Licht hingegen, wie der Name andeutet, im spitzen Winkel eines Hausdaches.
Porrogläser sind für sehr plastisches Sehen bekannt. Die moderneren Dachkantferngläser sind kleiner und leichter. Dies macht sie zur beliebteren Wahl für kompakte Ferngläser wie das Theaterglas, das Sie in Ihrer Handtasche mitnehmen möchten. Zwischen den beiden Objektivlinsen ist ein Rädchen integriert, mit dem Sie das Bild scharf stellen können. Eine Zoomfunktion ist im dunklen Theater in der Regel nicht sinnvoll, da sich die Bildqualität dadurch verschlechtern würde.